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Nach dem Google-Panda Update verzeichneten bestimmte Webseiten starke Änderungen im Google-Traffic. Vieles spricht dafür, dass Google weitere Änderungen seiner Algorithmen vornimmt und demnächst die Ausstattung von Webseiten mit Videos und interaktiven Apps noch stärker gewichtet. Auf dem Barcamp Hamburg habe ich in meiner Session über guten und schlechten Content und die Rolle von interaktivem Bewegtbildcontent gesprochen.
Google ändert circa 500 mal im Jahr die Berechnungsformel des Suchrankings. Mit dieser Formel wird bestimmt, auf welcher Position eine Webseite angeordnet ("gerankt") wird, bezogen auf die in Google eingegebenen Suchwörter.
Im August 2011 wurde auch in Deutschland Panda eingeführt, das gleich dutzende Änderungen zusammenfasst. Die Weblandschaft zuckte wegen der deutlich spürbaren Auswirkungen erfrischt zusammen. Einige Seite konnten nach dem Update ihren Traffic um bis zu 30% steigern. Auf anderen Seiten musste dagegen Verluste von bis zu 70% hingenommen werden .
Zu den Verlierern des Panda-Updates gehören Webseiten, die folgende Eigenschaften besitzen: eine hohe Anzahl ausgehender Links (also Linkweiterleiter), viel Werbung auf der Seite und allgemein ausgedrückt: schlechten Content. Content-Farmen und Preisvergleichsdienste matchen genau diese Merkmale zu 100%. Als Beispiel für eine Content-Farm mit nicht so sehr nützlichen Inhalten zeige ich mal mit dem Finger auf eHow.de, und hier speziell auf den besonders fleischlosen Artikel über "Wie man Wasser aus einer Kanne einschenkt":
Dieser, wie auch andere Texte, werden bei eHow von bezahlten Freelancern geschrieben, aber nicht damit es Menschen lesen und gut finden, sondern nur für Google-Bots. Die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen steht hier vor allem anderen und sind Paradebeispiele für Suchmaschinenoptimierung (SEO). In den dehingespuckten und mit reichhaltigen Keywords ausgestatteten Artikeln kommt dann noch ein Bild und jeder Suchbot (der für Suchmaschinen die Seiten analysiert) wird diese Seite für "echt" halten und hochrangig (durch das exzellente SEO) unter den erwähnten Suchbegriffen abspeichern. Und genau das ist der Plan der Contentfarmen. Wird auf Google nach diesen Begriffen gesucht, erscheint die Seite von eHow inklusive tonnenweise Werbeanzeigen. Wenn sich nur ein sehr kleiner Teil der durch Google zu eHow geleiteten Besucher auf die Werbeanzeigen "verirren", verdient eHow an der Klickprovision (Klickpreise in Euro-Höhe sind gar nicht so selten).
Das Panda Update hatte nun das Ziel, Seiten von genau solchen Content-Farmen nicht an prominenter Stelle in den Suchrankings aufzulisten, da diese Seiten meist keinen für den Menschen nutzbaren Inhalt enthalten.
Google ist darauf angewiesen, Seiten mit schlechtem Content von Seiten mit gutem Content zu unterscheiden und nutzt dafür Maße, die technisch messbar sind. Dazu gehören folgende drei: Die Bounce Rate ist der Anteil der auf dei Seite geleiteten Besucher, die sofort wieder zurückkehren (eine Umfrage in meinem Publikam ergab einen Durchschnittswert von circa 50%). Die Klickrate zählt, wieviele Klicks die auf die Seite geleiteten Besucher dort tätigen. Und die Verweildauer ist schlicht die Zeit, die Besucher auf der von Google gelisteten Seite verbringen. Google nimmt an, dass Webseiten, die eine hohe Bounce-Rate, eine geringe Klickrate und Verweildauer haben, zu den Seiten mit schlechten Content gehören und straft diese mit dem Panda Update ab (aus "Panda",: Googles erneuertes Suchalgorithmus, t3n, 09/2011).
Die Frage, die sich besonders SEO-Profis seit Panda stellen: Wie diese - guten Content auszeichnenden - Maße nun positiv beeinflusst werden können. Das ist schnell beantwortet: der Content muss für Webbesucher inhaltlich wertvoll sein, informieren oder unterhalten. Und hier kommen "Engagement Objects" ins Spiel.
Nach Bruce Clay ist ein Engagement Object:
an element or multimedia component that you can add to your website that is engaging and causes users to interact with your website.
Dazu gehören also Videos, interaktive Apps, Tag-Clouds, Gallerien, Feeds, Social-Media-Plugins und so weiter.
Unsere Showrooms-Plattform, die ich natürlich in diesem Rahmen auch kurz vorgestellt habe, gehört in doppelter Hinsicht dazu. Videocontent und Produktfotos werden hier zu einer interaktiven App verschmolzen.
Besonders beeindruckt im Sinne von "zeitlich festgebunden" hat mich der Stil von RSAnimate. In deren Erklärvideos werden Handzeichnung, Zeitraffer und punktgenaues Sprechen unglaublich gut verknüpft. Es ist eine Freude hier zuzuschauen. Seiten mit solchem Content spendiere ich gerne meine Zeit:
Ich bedanke mich sehr bei meinen diskussionsbereiten Zuhörern, bei Franz Staack (@myvlog) der meine Session aufgezeichnet hat (siehe unten) und natürlich beim Orga-Team des Barcamp Hamburg.