Online-Video: Flash brachte den Durchbruch

18.07.11 09:15

Von: Tobias Günther

Die Online-Video Nutzung stieg binnen eines Jahres um 45 % an. Konsumiert wird, und das hat sich nicht verändert, qualitativ hochwertiges oder aktuell relevantes Filmmaterial.

Der User pflegt dabei den Videogenuss mit anderen zu teilen: Facebook ist vor Twitter und Blogs der beliebteste Platz fürs Videosharing.

Der Grund für diesen Massenkonsum sind neben immer mehr Zugängen mit der nötigen Power auch immer mehr Aufnahmegeräte, die jederzeit das Streamen ins Netz ermöglichen. Per Bewegtbild sind Geschichten, Ideen und Happenings eben schnell und emotional erzählt. Die Gründe der bildaffinen Natur des Menschen haben wir bereits in einem früheren Artikel besprochen.

Das Zeitalter des Online-Bewegtbilds hat allerdings erst 2002 wirklich begonnen und ist mehrheitlich einer standardisierten Videoabspielsoftware zuzuschreiben, nämlich Flash.

Flash: Brutstätte des Online-Video-Erfolgs

Spätestens seit der Übernahme von Flash durch Adobe im Jahr 2005 hat sich Flash als Standard-Multimedia-Plattform weltweit durchgesetzt und ist trotz mobiler Revolution auf einem Großteil aller Desktop-Rechner installiert.

Es gibt viele kommerziell und kostenlos nutzbare Flashplayer und Konvertierungs­tools, so dass jede Webseite ohne große Mühe Videos von beliebigen Endgeräten als Flash-Video konvertieren und hosten kann (z.B. im hochwertigen H.264-Codec). Außerdem steht Entwicklern mit dem OSMF-Core eine Plattform zur Verfügung, mit der eigene Individualplayer entwickelt werden können. Dies erzeugte eine große Vielfalt von Player-Formaten, insbesondere im Werbebereich mit intergrierter Add-Darbietung. Videos, die für den Consumer interessant sind, werden hier von Werbevideos und Bannern eingerahmt. Eine Beschreibung der vielen Formate wie z.B. Pre-, Post-Roll, Intermediate, Rollovers, Companions, Overlays gibt’s auf den Seiten des Interactive Advertising Bureau.

Die Multiplattform-kompatibilität von Flash wurde durch einen kleinen Pferdefuß erkauft: Für die Nutzung von Flash musste Flash erstmal beschafft werden, d.h. bei den meisten Browsern musste erstmal ein Plugin installiert und die Flash-Inhalte geladen werden. Die Ladeverzögerung von einigen hundert Kilobyte bis zu mehreren Megabyte waren allerdings durch schöne Ladebalken-Animationen begleitet, so dass sich die Konsumenten daran gewöhnt haben. Besonders reich wird der User immer dann für die Wartezeit entschädigt, wenn die Flash-App schön gestaltet und interaktiv bedienbar ist, wie bei diesem interaktivem Raubzug. So hielt Flash dann auch als interaktive Plattform Einzug in Webshops und Markenwebseiten.

Die Flash-Nutzung wird aber bald ihren Peak erreicht haben, wenn auch viele Webseiten zur Zeit immer noch Flash treu sind. Denn vor kurzem begann die mobile Revolution. Apple hatte mit seinen mittlerweile 200 Millionen verkauften Geräten einen unglaublichen Erfolg und mit dem damit verbundenen Aufstieg des App-Shop auch gleich die Welt der Software aus den Angeln gehoben. Da die mobilen Geräte allerdings nicht an der Steckdose hängen und eine lange Batterielaufzeit für die Verbreitung wichtig ist, wurde das CPU-hungrige Flash einfach mal rausgeschmissen.

Die Infografik zeigt die Verbreitung (in % bzgl. der Verfügbarkeit auf internetfähigen Endgeräten, Quellen siehe unten) und die wichtigsten technologischen Entwicklungsschritte von Flash.


Hinweis: Die Statistik basiert auf Angaben von Adobe, in denen fehlerbehaftete Hochrechnungen genutzt werden.

Die Quellen der Infografik: die Flash Version History, eine Flash-Statistik von statowl.com, und verschiedene private Forenposts, die nötig sind, um an eine Verbreitungszahl von 2002, 2004, 2005 und 2006 zu kommen (da die Schwankungen sehr groß sind, ist die Statistik mit Vorsicht zu genießen).

Teil 2 befasst sich mit dem Potential von HTML5, gewissen Kinderkrankheiten und Apple's Gründen für das Flash-Bashing.