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Für über 20.000 Online-Händler in Deutschland gehört Google Shopping zu einem der wichtigsten Verbreitungskanäle. Wir stellen die Vorteile für Shopbetreiber und den Nutzen für Endkunden dar. Eine Nutzungsstudie zeigt, in welchem Umfang Google Shopping bereits eingesetzt wird. Mit der Google Shopping API können Mashups wie z.B. Showrooms sekundenaktuell auf über 800.000 Produkte zugreifen.
Google Shopping ist ein kostenloser Dienst, mit dem Händler Produkte verwalten und veröffentlichen und Kunden Produkte entdecken und vergleichen können. Mit der Shopping API werden die Produktinformationen abgerufen, die Händler über das Google Merchant Center eingespielt haben.
Aktuell (15.12.2011) sind über 800.000 Produkte im deutschsprachigen Produktraum verzeichnet. Allerdings schwankt die Zahl der Produkte aus nicht bekannten Gründen durchschnittlich um 1.000 pro Sekunde.
Die Shopping API ist aus Google Base und Google Product im Juni diesen Jahres (2011) hervorgegangen und derzeit in 10 Ländern verfügbar (Australien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, den Niederlanden, Spanien und den USA).
Google Shopping bietet Händlern Unterstützung bei der Produktverbreitung, Performanceüberwachung und Steigerung der Konversionsrate.
1. Der Händler erhält eine höhere Sichtbarkeit durch Integration der Produkte in der Universal Search. Passen die von Google intern verwendeten Produktkategorien zum eingegebenen Suchwort, werden relevante Produkte in der Universal Search noch oberhalb der organischen Suchergebnisse angezeigt.
Bild 1: Die Produkte aus Google Shopping (hier für den Begriff "Staubsauger").
2. Der Händler erhält qualifizierten Traffic aus dem Google Preisvergleichsdienst. Die Vergleichsseite erscheint, nachdem auf ein Produkt in der Universal Search geklickt wird. Gelistete Shops werden dann mit den jeweiligen Preisen und Bewertungen unter Berücksichtigung des Nutzerstandorts angezeigt. Die Preisvergleichsseite enthält außerdem den von Amazon bekannten Bereich "Ähnliche Produkte".
Bild 2: Auf Basis der publizierten Produktdaten erzeugt Google Preisvergleiche.
3. Mit Hilfe des Merchant Centers kann der Händler die Performance der eigenen Produkte (Impressions & Clicks) überwachen.
4. Durch die Kombination mit Adwords werden neue Möglichkeiten der Produktwerbung in Form des performanten Adword-Systems angeboten.

Bild 3: Produkte können mit Adwords-Konten verknüpft werden. Die Darstellung visueller Produktabbildungen erzielt in den meisten Fällen eine höhere Klickrate als rein textuelle Darstellungen.
5. Zur Erhöhung der „Onsite-Conversion“ kann die API auch im eigenen Shop eingesetzt werden, um relevante (eigene) Produkte zurückzuliefern, wenn der Besucher die Suchmaske des Shops benutzt. Zusätzlich liefert Google als Antwort auf Produktanfragen alternative Suchbegriffe in denen korrekte oder alternative Schreibweisen oder semantische Ähnlichkeiten berücksichtigt werden. Diese Alternativbegriffe können als Empfehlung an den Shopbesucher im Rahmen von "Meinten Sie..." ausgegeben werden.
6. Die offene Web-API gewährt schließlich Dritten Zugang zu den eigenen Produktdaten. Hierdurch können neue Anwendungen entstehen, welche die Wahrnehmung der Produkte steigern oder das Produkthandling erleichtern. Ein Beispiel ist unser eigener Dienst Showrooms, der Produkte in animierten & interaktiven Verkaufsräumen präsentiert.
Bild 4: Produkte (Bilder und Produktdetails) werden über Google Shopping ausgelesen und in animierten Verkaufsräumen eingebaut.
Ein weiteres Beispiel ist der Dienst Lockboxer, der beim Auspreisen und Einstellen von Produkten auf der (von Google unabhängigen) Ebay-Plattform unterstützt. Nach Eingabe des Produktnamens werden Referenzprodukte über Google Shopping eingelesen, von denen die Produktdetails im eigenen Ebay-Angebot wiederverwendet werden. Hierdurch wird die Zusammenstellung verkaufsrelevanter Informationen beschleunigt.
Ähnlich zu Preisvergleichdiensten bietet Google Preisvergleiche & Produktsuchen an. Mit Hilfe von Preisbereichseinstellungen (von..bis), Beschränkungen auf bestimmte Marken, Kategorien oder Händlern ist die Produktsuche ein echter Mehrwert für Endnutzer mit akutem Informationsbedürfnis. Außerdem werden Erfahrungsberichte zentral gesammelt. Durch die strikt vorgeschriebenen Dateiformate beim Publizieren der Produkte, sind die Produktinformationen einheitlich - eine notwendige Bedingung für Gegenüberstellungen.
Bild 5: Mit der Suchmaske (links) schränken Endnutzer mit wenigen Klicks die Ergebnismenge bzgl. der gewünschten Produkteigenschaften ein.
Wir haben über 680.000 Produkte in knapp 3.000 Google-Produktkategorien ausgewertet, um die aktuelle Nutzung durch Online-Händler zu messen. Google Shopping wird im Verkaufsraum Deutschland aktuell von mehr als 22.000 Händlern genutzt. Die folgende Abbildung stellt die aktivsten Händler und die Anzahl der von ihnen eingestellten Produkte dar.
Bild 6: Produktanzahl der 40 "aktivsten" Händler (von 22571). Informationen über weitere Händler (Ranking, eingestellte Produkte etc.) werden auf Anfrage zur Verfügung gestellt.
Die Darstellung der häufigsten Marken und der Preisverteilung zeigt die Zusammensetzung der Produktlandschaft, auf die über Google Shopping zugegriffen werden kann.
Bild 7 oben: Die 40 am häufigsten eingestellte Marken (von 50932) und Bild 8 unten Preisverteilung (in Euro) der über Google Shopping abrufbaren Produkte (weitere Informationen auf Anfrage)
Die Nutzung der Shopping-API erfolgt entweder im Google-Frontend oder als API-Aufruf *1. Über den bis zu 2.500 mal am Tag kostenlos nutzbaren API-Aufruf werden Mashups oder auch die interne Nutzung im eigenen Online-Shop ermöglicht.
Um die eigenen Produkte bei Google zu veröffentlichen und damit außerhalb des eigenen Webshops zugänglich zu machen, ist ein Merchant Account notwendig, der als Basis-Account kostenfrei erstellt werden kann. Produkte können dann mittels Produktfeeds (Textdateien, welche Produktedetails in Tabellenform enthalten) oder über programmatische API-Pushs an Google übermittelt werden. Produkt-Feeds sind eher für kleiner Händler mit geringen Verkaufszahlen geeignet, während die API-Pushs bei großen Shopping-Plattformen unabdingbar sind, um die aktuelle Lagerhaltung mit Google konsistent zu halten. Der Gesetzgeber verpflichtet Händler zu einer stets aktuellen Darstellung der Produktattribute auf allen Webseiten (das gilt insbesondere für den Preis). Die Shopping-Plattformen bieten daher Plugins an, welche die Kommunikation auf Basis von API-Pushs oder Produkt-Feeds übernehmen (z.B. Magento , xt:Commerce).
Google Shopping Anwendungen und darauf aufbauende Mashups sind auf korrekte und vollständige Produktdaten angewiesen. Dies bekommen Händler immer stärker zu spüren. Das Studium von Google's Produkt-Feed Richtlinien ist deshalb für jeden Händler Pflicht, um nicht den Ausschluss der Produkte aus dem Google-Imperium zu riskieren. Die folgende Aufzählung ist eine unvollständige Auswahl:
Aus eigener Erfahrung sind die über die Shopping API bereitgestellten Produkte aktuell und unterliegen einer ständigen Veränderung. Produkte sind innerhalb wenigen Minuten nicht mehr über die Shopping-API beziehbar, da sie entweder verkauft wurden oder Google die zurückgelieferten Produkte ständig durchrotiert.
Das Abruflimit von zur Zeit 2.500 Anfragen pro Tag kann für 25.000 Dollar pro Jahr auf 8.200 Abrufe pro Tag erhöht werden. Diese zwei Möglichkeiten (kostenlose Nutzung versus Bezahlzugang mit hohen Kosten) sind den meisten Anwendern aber noch zu unflexibel. Hier wird Google noch Nachbessern müssen.
In der Zukunft ist vorstellbar, dass Shopsysteme als Mashups komplett aus Googlediensten zusammengestellt werden können. Neben der Datenhaltung durch die Shopping-API, Bezahl-Checkout, Produkt-Werbung, Produktpräsentation und Produktnavigation, Suchvorschläge & Fehlerkorrektur, CMS für den redaktionellen Content stellt Google außer Lagerhaltung und Versand der physikalischen Produkte viele wichtige Komponenten einer modernen Shop-Plattform als Clouddienst zur Verfügung. Die hohe Ausfallsicherheit, native Skalierungsunterstützung (alles basiert auf Google-Technologie) und hohe Nutzerakzeptanz macht Google Shopping zu einem "Must-Have" für Online Händler.
Disclaimer: Elaspix stellt den kostenpflichtigen Dienst Showrooms zur Verfügung. Absprachen mit Google, Ebay, Lockboxer oder anderen im Artikel genannten Firmen bestehen nicht.
*1 Der Beispiel Aufruf für "Staubsauger" gibt eine XML-Datei mit relevanten Produkten zurück. Hier wird der Showrooms-Datenscanner verwendet, der auf der Google
Shopping API basiert.